Public Viewing - Heilbronner Stimme 24.06.2010


Gemeinsam den Sieg feiern

von Petra Laidig


Wüstenrot - Auf dem Wüstenroter Dorfplatz herrscht ausgelassene Stimmung. Rund 400 Fans fiebern dem Spiel der deutschen Elf gegen Ghana entgegen, das der Fußballverein Wüstenrot auf einer großen Leinwand überträgt. Viele von ihnen schwenken schwarz-rot-goldene Fahnen, tragen Schals, Hüte, Blumengirlanden oder Trikots mit den Namen ihrer Fußballidole. Wer keinen Platz auf einer der Bänke vor der Leinwand gefunden hat, versucht dahinter einen Stehplatz mit guter Sicht zu ergattern.An den beiden Eingängen des Geländes, das mit einem Zaun umgeben ist, wer den die Besucher zuvor auf mitgebrachte Flaschen oder Feuerwerkskörper kontrolliert. Auf dem Gelände werden die Getränke in Plastikbechern ausgeschenkt, für die Pfand bezahlt wird. Spirituosen und Gläser oder Flaschen sind tabu.

"Die Idee für das Public-Viewing kam von unserem Trainer Michael Hägele, der während seiner früheren Trainertätigkeit in Unterweissach schon einmal ein Public-Viewing mitorganisierte", erzählt Vereinschef Peter Wild, der zufrieden ist. Denn: "Erfreulich viele Jugendliche auch außerhalb der Deutschland-Spiele hatten wir bisher unter den Besuchern." Gemeinde und Wüstenroter Gastronomie, mit denen der FV während der WM kooperiert, unterstützten die Aktion.

Technik Möglich gemacht hat diesen Event auch ein örtlicher Unternehmer, der eine hochqualifizierte Technik aus Beamer, Lautsprechern und Leinwand zur Verfügung gestellt hat. "Unsere Veranstaltung kommt im Mainhardter Wald sehr gut an", hat Andre Fritz, Mitorganisator und Teammanager des FV, erfahren. "Uns war es auch wichtig, für die Dorfbewohner etwas zu bieten. Hier in die Dorfmitte können die Leute zu Fuß laufen", ergänzt er.

"Dass so was auf dem Land angeboten wird, ist doch super. Vor allem über vier Wochen lang", findet Angelika Häußler, die schon mehrere Spiele auf dem Dorfplatz angeschaut hat. Auch für Roland Blaschek ist es nicht der erste Besuch: "Wenn man daheim schaut, ist man schon ungestörter. Aber die Stimmung hier ist schon top. Deshalb zieht es auch so viele hierher." Seinen beiden Töchtern Gianna und Emily zuliebe ist Michael Ernst zum Public-Viewing gekommen. "Ein Sieg feiert sich im Kollektiv besser als allein", ist der Wüstenroter im Vorfeldvon einem deutschen Sieg überzeugt.

Vom Kampf um den Einzug ins Achtelfinale bekommen Steffen Dannhäuser und Massimo Longo gar nichts mit. Pausenlos bereiten sie für die hungrigen Fans Pommes, Steaks oder Stadionwürste zu. "Eine Zusammenfassung des Spiels werde ich mir schon anschauen", nimmt Dannhäuser den Dienst gelassen.

Jubel Als nach einer Stunde das entscheidende 1:0 für Deutschland fällt, ist auf dem Dorfplatz der Jubel riesengroß. Zuschauer springen von den Bänken, Hände strecken sich gen Himmel, es wird begeistert geklatscht. Nach dem Schlusspfiff ist die Freude und Erleichterung bei den Wüstenroter Fans groß. Fähnchen werden geschwenkt, Vuvuzelas ertönen. Viele fahren mit einem Hupkonzert nach Hause fahren. Und freuen sich auf den nächsten Knüller am Sonntag gegen England.